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Klärschlammtrocknung Aschaffenburg

Realisierungszeitraum

2012 bis 2018

Auftraggeber

Stadtwerke Aschaffenburg

Aufgabe und Umsetzung

Die Aschaffenburger Versorgungs-GmbH betreibt im Auftrag der Stadtwerke seit 2010 in Leider ein Biomasseheizkraftwerk. Die dort erzeugte thermische Energie wird in die Versorgungsnetze eingespeist. Da es dabei immer wieder zu Abnahmeschwankungen kommt, wurden alternative Nutzungskonzepte für die Überschusswärme geprüft. Hier erwies sich die Trocknung von Klärschlamm aus der nahegelegenen kommunalen Kläranlage als geeignete Option. 

Zunächst galt es ein geeignetes Verfahren zu wählen, das auch bei geringerem Wärmeangebot betrieben werden kann. Die Entscheidung fiel auf eine Hallentrocknung im Batch-Verfahren. Bei dieser ließen sich bereits vorhandene Gebäude kostensparend miteinbeziehen. Die Anlage umfasst drei separate Trocknungshallen mit jeweils einer Wendemaschine. Für einen nahezu kontinuierlichen Betrieb wird jeweils eine der Hallen im Wechsel befüllt und anschließend behandelt. Dazu werden die Klärrückstände zunächst mittels Radlader in einer etwa 30 bis 40 cm hohen Schicht auf dem Boden ausgebreitet. Anschließend wird die Halle verschlossen, die Abwärme des Biomasseheizkraftwerkes zugeführt und mit Ventilatoren verteilt. Eine autonome Wendemaschine, das sogenannte „elektrische Schwein“, befährt rund um die Uhr die Fläche, bricht Verkrustungen auf und wendet den Klärschlamm. Die Reinigung der Abluft erfolgt über einen Biofilter. 

Der getrocknete Klärschlamm wird ins Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt transportiert und dort als Sekundärbrennstoff eingesetzt. Durch die Substitution von Kohle lassen sich pro Jahr bis zu 11.000 Tonnen CO2 einsparen.

Projektdaten

  • Aufbereitungskapazität von bis zu 10.000 Mg/a 
  • Rückbau der Brikettieranlage
  • Rückbau der Asphaltflächen
  • Bodenaushub und Baugrundverbesserung
  • Baugrundvorbereitung durch Rüttelstopfverdichtung
  • 3 Trocknungshallen
  • 3 vollautomatische Umsetzer
  • 39 Heizregister inkl. Ventilatoren mit einer Summenleistung von ca. 3 MW
  • 24 Umluftventilatoren mit einer Summenleistung von bis zu 360.000 m³/h
  • 18 Abluftventilatoren mit einer Summenleistung von bis zu 552.000 m³/h
  • Biofilteranlage mit einer Nennleistung von ca. 200.000 m³/h 
  • Vollautomatische Anlagensteuerung mit Online-Überwachung
  • Verkehrs- und Logistikflächen

Leistungen

  1. Grundlagenermittlung
  2. Vorplanung
  3. Entwurfsplanung
  4. Genehmigungsplanung
  5. Vorbereitung der Vergabe
  6. Mitwirkung bei der Vergabe
  7. Ausführungsplanung
  8. Begleitende Werkplanung des Anlagenlieferanten
  9. Bauoberleitung

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